ARCHIV 2004  

Hallo Harald Schmidt!

23.12.2004 - Willkommen zurück auf der Mattscheibe. Die neue Gesichtsbehaarung - graue Matte, grauer Bart - ist gut gewählt, kann man an ihr doch gleich zweifelsfrei erkennen, dass es sich wirklich um eine neue Sendung handelt, und nicht um irgendeine Wiederholung. Die Witze haben auch "so" einen Bart, aber der olleste Bart in deiner neu-alten Sendung wuchert am Nebentisch zwischen zwei piefigen Flachmonitoren hervor und hört immer noch auf den Namen Manuel Andrack.

 

Hallo Frau Engelke!

28.10.2004 - Nun isses also passiert. Was wir schon Monate vor Ihrer ersten Latenightshowausstrahlung mit an Wahrscheinlichkeit grenzender Sicherheit antizipieren konnten, ist nun eingetreten: Ihr dilettantisch aufgezogener Tratsch-Abend für kleine Mädchen und solche, die es gerne bleiben wollen, wurde vom bösen Onkel an der Spitze des Quotensenders Sat1 schneller als erwartet zugemacht. Nicht traurig sein: Eine Niveau-Ebene weiter unten wartet gewiss schon das nächste Angebot. Wie wär's mit "Anke besucht Kranke"? Exposé: Frau Engelke macht Besuche in Krankenzimmern und "heitert" die Patienten mit frechen Sprüchen und tollen Sketchen auf. Gute Idee? Oh bitte, da nicht für!

 

Hallo Herr Vogtmann!

20.10.2004 - Aufgrund des Bevölkerungsrückgangs im Osten räumen Sie, immerhin der Präsident des Bundesamtes für Naturschutz, der Ansiedlung von Wölfen und Luchsen in den neuen Bundesländern gute Chancen ein. Angesichts zahlloser leerstehender Plattenbausiedlungen sicher ein verdienstvoller Gedanke. Allerdings sollte bedacht werden, ob nicht mit den dort bereits lebenden Spezies Ratten und Mäusen, den typischen Beutetieren von Wölfen, ethnische Konflikte vorprogrammiert sind. Ein zweites Hoyerswerda wäre das Letzte, was der Osten jetzt brauchen könnte.

 

Wolfgang Thierse!

27.9.2004 - Als oberster deutscher Kuschel- und Wuschelbär hast du bei Sabine Christiansen Deine warnende Stimme erhoben und gebrummt, dass "in Wahrheit" die Arbeitslosigkeit in Deutschland seit 30 Jahren "diskontinuierlich" (aber dennoch irgendwie kontinuierlich) zugenommen hat. Hmmm... zum Einen: Woher die plötzliche Erkenntnis? Nach immerhin 30 Jahren! Zum Anderen: Woran liegt's eigentlich, wo doch alle alle immer sagen, sie wollen die Arbeitslosigkeit "abbauen" etc.? Sollte etwa das marktwirtschaftliche System gescheitert sein? Es müsste halt eine Partei geben, die einerseits sozial, also dem Gemeinwohl, und andererseits demokratisch, also einer Staatsform verpflichtet ist, die den Willen der Mehrheit verwirklicht. Aber eine solche Partei ist ja weit und breit nicht zu sehen.

 

Henryk M. Broder!

23.9.2004 - Deutschland hätte den Juden nach dem Zweiten Weltkrieg Schleswig-Holstein zur Gründung des Staates Israel anbieten sollen, so Du neulich im "Radio Eins - nur für Erwachsene". Jüdische Siedlungen auf den Halligen? Die Klagemauer am Holsten-Tor? Eine Intifada wortkarger Fischkutter-Kapitäne und betrunken am Nebentisch singende Angehörige dänischer Minderheiten? Wär's das wirklich gewesen? Nochmal drüber nachdenken, Onkel Broder, und vielleicht doch lieber weiter den kompromisslosen Hassprediger spielen, Comedy anderen überlassen etc.

 

Ein-Euro-Jobs

23.9.2004 - Wer begründen kann, warum Ein-Euro-Jobs etwas anderes sind als Reichsarbeitsdienst, möge vortreten und sprechen.


Hallo Frau Engelke!

20.9.2004 - Was passiert eigentlich so in Ihrer Latenightshow? Wir schauen sie uns nie an. Danke Anke!

 

Mietpreise vergleichen

23.9.2004 - In Nepal sind die Mietpreise so niedrig, dass die Redaktion der neuen Zeitschrift "Der Freund" aus dem Hause Axel Cäsar Springer ihre Redaktionsräume nach Kathmandu verlegt hat. Für ein paar Dollar im Monat kann man dort eine ganze Hotelzimmerflucht bekommen.

 

Parteigründung DIE PARTEI

18.9.2004 - Mit grossem Interesse darf man zur Zeit Gründungsaktivitäten einer neuen Partei verfolgen, die sich "Die Partei" nennt. Der Name ist Programm. Es handelt sich um die Partei der Parteien, eine Partei der Superlative. Ausgehend von gründlichen Analysen von über einem halben Jahrhundert bundesrepublikanischer Parteien-Geschichte, konnte ein Konzept entwickelt werden, das auf Erfolg programmiert ist. Konsequente, offene und daher ehrliche Anwendung der Grund-Prinzipien der Politik - Opportunismus, Heuchelei und Populismus - wird der PARTEI sicher schon bald den Zulauf verschaffen, der ihr gebührt.

 

Nachschlag zur EM

5.7.2004 - Die Fussball-EM in Portugal ist kaum vorbei, schon prallen wieder sogenannte Sichtweisen aufeinander. Dem Genörgel auch des alternativen Fernsehpublikums am angeblich zerstörerischen hässlichen Defensiv-Fussball der Griechen stelle ich die einzig mögliche Sicht aus der Perspektive der in der fussballerischen Praxis jahrelang herangereiften Einsicht entgegen, dass es bei diesem Spiel darum geht zu gewinnen. Natürlich sieht man gern frischen Angriffsfussball und viele Tore, aber man kann dies nicht in Form eines Schönheitsgebots von einer Mannschaft einklagen. Es geht eben auch um eine erfolgreiche Defensive und die besteht nunmal darin, die Angriffsbemühungen des Gegners zu zerstören. Wer das begreift, kann auch einem mörderischen 0:0 genug Zuschauerspass abgewinnen. Ausserdem wäre doch der Fussball eine langweilige Angelegenheit, wenn man jeder Mannschaft, die nicht mit Zinedine Zidanes und Pavel Nedveds gespickt ist, sozusagen von vorneherein die Daseinsberechtigung absprechen würde, obwohl diese vermeintlich Schwächeren mit Cleverness, Sturheit und geschickt getarnten Fouls überraschende Erfolge erzielen können. Über Politik auf Stammtischniveau zu reden, das mag ja noch angehen. Schliesslich ist es ja nur Politik. Aber bei Fussball hört der Spass auf. Da zählt nur Fachwissen und die Sesselexperten sollten sich gelegentlich mal wieder auf dem Platz blicken lassen.

 

Dismaster wieder am Start

1.8.2004 - Der Dismaster sammelt neue Kräfte. Nach über zwölf Monaten Pause wird die Arbeit wieder aufgenommen. Das zu Dissende hat Ausmasse angenommen, die noch vor ein paar Jahren undenkbar erschienen. Die Zeit der schmunzelnden Ironie ist vorbei. Die Schweine wollen geschlachtet werden.

Gross waren die Taten der vergangenen Jahre. Von den hier Gedissten haben einige den Löffel abgegeben, andere wurden geschasst, viele laufen noch frei herum und treiben ihr Unwesen. Im Archiv finden sich die besten Artikel der Jahre 2001 bis 2003.

 



 
     
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